Ham

Ham (Der Funkamateur)

…. Und so wird man Funkamateur!

Zu Beginn der Amateurfunktätigkeit steht das Hören auf den Kurz und Ultrakurzwellen ganz im Vordergrund. Bevor Sie auf die Taste drücken oder ins Mikrofon sprechen dürfen, müssen Sie eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur ablegen. Nach Bestehen der Prüfung wird Ihnen dann ein Rufzeichen zugeteilt und das Amateurfunkzeugnis ausgehändigt. Viele Funkamateure in Deutschland besitzen ein spezielles Ausbildungsrufzeichen. Damit können auch Nicht-Funkamateure lernen und erleben, wie vielfältig und spannend Amateurfunk ist. Über 1000 Ortsverbände im DARC bieten in ganz Deutschland Kontaktmöglichkeiten an: https://www.darc.de/der-club/allgemeines/#c35450. Der Deutsche Amateur Radio Club e. V. weist den Weg in die vielseitige Welt des Amateurfunks.

 

… Gesetzlich anerkannt

Der Amateurfunk ist international geregelt sowie in den Radio Regulations und im Gesetz über den Amateurfunk eindeutig definiert. Er ist ein Funkdienst, der anerkannt neben anderen Funkdiensten steht. Ebenso wie beispielsweise der Seefunk oder der Flugfunkdienst unterliegt  er  besonderen  Bedingungen  und erfährt gleichermaßen den Schutz des ihm zugeteilten Frequenzraumes.

 

… Internationaler Funkdienst

Der Amateurfunk ist ein wirklich völkerverbindender Funkdienst, er kennt keine Ländergrenzen und überwindet alle Hemmnisse, die sich aus Unterschieden der Rasse, des Standes und der politischen Weltanschauung ergeben könnten –eben weil diese Dinge keine Diskussionsthemen  für  Funkamateure sind. Mehr als 2,5 Millionen Funkamateure der ganzen Welt haben sich zur Verteidigung ihrer Interessen zusammengeschlossen. Im Jahre 1925 gründeten Vertreter aus neun Ländern  die  Internationale  Amateur  Radio Union (IARU), die nach ihren heutigen Statuten Dachverband von ca. 160 nationalen Vereinigungen der Funkamateure ist. Die IARU wiederum hat Beobachterstatus mit beratender Funktion bei der ITU, einer Unterorganisation der UNO, die in regelmäßigen Sitzungen die Frequenzbereiche der einzelnen Funkdienste weltweit  festlegt. Der Deutsche Amateur Radio Club e. V. (DARC) als Interessenverband der Funkamateure in der Bundesrepublik Deutschland gehört als nationaler Vertreter der IARU an.

 

…. Kommunikation über Grenzen

Dem Amateurfunkdienst sind international diverse  Frequenzbereiche  zugewiesen, innerhalb derer die Sende- und Empfangsfrequenzen frei gewählt werden dürfen. Es sind dies auf Kurzwelle neun Bänder zwischen 1,8 und 30 MHz. Darüber hinaus dürfen staatlich geprüfte Funkamateure auch auf dem 6m Band, 2mBand, dem 70-cm-Band und auf wesentlich höheren UHF und SHF Bändern ihre Versuchssendungen mit zum Teil selbst gebauten Sende und Empfangsgeräten durchführen. Seit  2012  dürfen  Funkamateure  zudem auch auf Mittelwelle im Bereich 472 bis 479 kHz senden. Die Sendeleistung der verwendeten Geräte ist durch nationale Bestimmungen festgelegt,  sie darf  je  nach  der Zeugnisklasse bis zu 750 Watt betragen. Durch die Möglichkeit außer der Telefonie (Sprechfunk) auch Verbindungen in Telegrafie (Morsen) und Funkfernschreiben zu tätigen, sind weltweite Kontakte die Regel. Außerdem dürfen staatlich geprüfte Funkamateure   auch Fernsehversuchssendungen (ATV und SSTV) ausstrahlen.

 

…. Weltweiter Tausch von QSL-Karten

Viele Funkamateure legen den Schwerpunkt ihrer Bemühungen auf die Kontaktaufnahme mit möglichst weit entfernten Stationen und sammeln mit Begeisterung QSL-Karten, also Funkkontaktbestätigungen von Funkamateuren aus aller Herren Länder. Karten vom Polarkreis etwa oder aus Tahiti sind Erfolge, auf die sie stolz verweisen.

 

…. Humanitäre Hilfeleistung über Funk

Der Deutsche Amateur Radio Club (DARC) e. V. hat mit fast allen Bundesländern in der Bundesrepublik Deutschland Vereinbarungen über die Mitwirkung staatlich geprüfter Funkamateure bei Katastrophen getroffen. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, wie wichtig es ist, schnell zu helfen. Immer wieder hört man von humanitären Hilfeleistungen durch  Funkamateure. So auch bei Erdbeben und bei Schneekatastrophen. Stets waren es Funkamateure, die mit ihren jederzeit betriebsbereiten Geräten die ersten Funkverbindungen erstellten und das z.T. zerstörte öffentliche  Fernsprechnetz ersetzten.

 

… Selbstbau von Funkgeräten

Das Hauptziel der Funkamateure ist das Erlangen besonderer Kenntnisse und Fähigkeiten, nicht zuletzt auch bei der Entwicklung, Konstruktion und Erprobung von entsprechen den Geräten. Sie dürfen mit Eigenbaugeräten arbeiten, im Gegensatz zu CB Funkern, die nur typengerechte Geräte mit Zulassung der Bundesnetzagentur verwenden dürfen. Wesentliche Voraussetzung für den Amateurfunk ist, dass dieser nur aus persönlicher Neigung und ohne Verfolgung wirtschaftlicher oder politischer Interessen ausgeübt wird. Eine kommerzielle Nutzung ist deshalb, im Gegensatz zum CB Funk, in jedem Fall ausgeschlossen.

 

…. Ausbildung mit Spaßfaktor

Der Weg hin zum Amateurfunk führt über die freiwillige Beschäftigung mit Funktechnik. Um auf Amateurfunkfrequenzen senden zu dürfen muss eine Amateurfunkprüfung bei der Bundesnetzagentur erfolgreich abgelegt werden. Für Interessenten ist der Einstieg in die Welt des Amateurfunks häufig der Beginn einer erfolgreichen beruflichen Karriere im technisch/naturwissenschaftlichen Bereich. Zudem bietet der Spaß am Selbstbau die Chance die praktischen Fertigkeiten und Kenntnisse beim Bau elektronischer Geräte zu erweitern.

 

…. Wissenschaftliche Experimente

Große Verdienste haben sich Funkamateure bei der Erforschung der  Ausbreitungsbedingungen elektromagnetischer Wellen erworben. Viele Neuentwicklungen wären ohne ihre Pionierleistungen nicht möglich gewesen. Nutzung moderner Technik. Nach dem Morsen und Funksprechen haben weitere Betriebsarten Einzug in den Amateur funk gehalten. Funkfernschreiben, Morsen, Bildübertragung (Amateurfunk TV), Funkverbindungen über Satelliten (OSCAR), Erde Mond Erde Funkkontakte (EME) und der Funkkontakt zur ISS sind seit Jahren selbst verständliche Mittel der Kommunikation. Experimente mit Mikrocontroller, Programmierung und Entwicklung neuer digitaler Übertragungsverfahren sind ebenfalls elementare Bestandteile des Amateurfunkdienstes.

 

…. Besondere Form des Sports

Der Amateurfunkdienst bietet viele Möglichkeiten sich sportlich zu betätigen und an Wettbewerben teilzunehmen. Bei speziellen Funkwettbewerben (Conteste), Amateurfunkpeilen (ARDF) und Schnelltelegrafie (High Speed Telegraphy, HST) zählt Geschwindigkeit, Präzision, körperliche Fitness und ein hervorragendes Verständnis für die sportliche Welt der Amateurfunkwellen.